Robinson-, Abenteuer-, und Bauspielplätze

Geschichte

Pro Juventute und Freiräume

Kindern Freiräume zu bieten, in denen sie eigene Erfahrungen machen können, und so ihre gesunde Entwicklung zu fördern, ist seit jeher ein wichtiges Element der Arbeit von Pro Juventute. Mit der Kampagne zu Freiräumen knüpft die Stiftung an eine langjährige Tradition an, die in den 1950er Jahren mit den Robinsonspielplätzen (Pro JuventuteTag der Robinsonspielplätze) und der Spielraumberatung in der Schweiz begonnen hatte.

Vom Freiluftspiel zu den Robinson-Spielplätzen

In der Zeitschrift «Pro Juventute» erscheint im Januar 1925 unter dem Titel «Spielplätze und Turnen» erstmals ein Artikel zu Spielplätzen, welcher die Bedeutung von Kinderspielplätzen und die «Förderung gesunder Freiluftspiele und Leibesübungen» diskutiert. Später, unter der Leitung des damaligen Zentralsekretärs Alfred Ledermann, übernimmt Pro Juventute in dieser Thematik (Spielplatzcharta 1959) eine führende Rolle in Europa. Indem Ledermann erstmals die wichtigsten Anforderungen an einen Spielplatz sowohl für jüngere wie auch für ältere Kinder festhält, legt er einen wichtigen Grundstein. In den 1950er Jahren wird in Zürich-Wipkingen der erste Robinsonspielplatz eröffnet (historisches Dokument Robinsonspielplatz). Das Konzept orientiert sich an den Bauspielplätzen, die in den 1940er Jahren in Dänemark gegründet worden sind. Zwischen 1956 und 1958 entstehen in Heuried, Leimbach und Riesbach weitere Robinsonspielplätze in und um Zürich. Die Idee des Abenteuerspielplatzes findet zu dieser Zeit grossen Anklang und weltweite Nachahmung. Heute noch ist diese Form des Spielraums ein unverzichtbares Element in der Freiraumthematik.

Spielraumberatung

Ab 1975 übernimmt Pro Juventute immer häufiger Beratungsmandate zum Spielplatzbau und erarbeitet schliesslich eine Expertise zur Spielraumberatung. Diese beinhaltet einen umfassenden Kriterienkatalog mit Bedingungen für kinderfreundlichen Spielraum und einen partizipativen Projektrahmen. Innerhalb der verschiedenen Massnahmen werden die Kinder und Jugendlichen bei der Planung und Umsetzung eingebunden und ihre Vorstellungen und Bedürfnisse erfasst und umgesetzt. Im Nachgang bildet Pro Juventute über viele Jahre hinweg Spielraumberaterinnen und -berater aus und sorgt dafür, dass sich die Idee eines kinderfreundlichen Spielraums in der Schweiz rege verbreitet. Das Wissen rund um die Spielraumgestaltung und die entsprechende Beratung wurden im Jahr 2005 an die Hochschule Luzern – Soziale Arbeit weitergegeben. 

Im Rahmen der Spielraumberatung wurden die Leitfäden "Spielinfo" publiziert.